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Anlauf- und Fachberatungsstelle für drogengebrauchende Frauen*
La Strada: Ein Projekt von Phoenix e.V. Hannover

Anlauf- und Fachberatungsstelle für
drogengebrauchende Frauen*

La Strada:
Ein Projekt von Phoenix e.V. Hannover

Herzlich willkommen bei La Strada!

Wir sind eine niedrigschwellige Anlauf- und Fachberatungsstelle für drogengebrauchende Frauen*.

Du erhältst hier einen Überblick über die Angebote der Anlaufstelle. Fachlich Interessierte bekommen Informationen über die vielfältigen Aufgaben unserer Fachberatungsstelle.

Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende 2025

2.137 verstorbene Freund*innen, Verwandte,
Klient*innen und Patient*innen im Jahr 2024
– eine Tragödie in der Mitte unserer Gesellschaft

Der „Arbeitskreis Sucht, Drogen und AIDS“ trauert mit Eltern, Angehörigen und Betroffenen um die drogengebrauchenden Menschen, die unmittelbar oder indirekt an den Folgen des Drogenkonsums gestorben sind.

Schirmherr: Herr Prof. Dr. Heino Stöver
Motto in diesem Jahr: Überdosierung und Drogentod können alle Menschen (be-)treffen

Montag, 21. Juli 2025

10.00 Uhr  Streetwork in Linden/ Substituionspraxen

12.00 Uhr  Streetwork in der Innenstadt

13.00 Uhr  Gedenken, Grillen, Informationen, Aktionen und Protest 
Stellwerk, Paritatische Suchthilfe Niedersachsen
Warstraße, Betreutes Wohnen Substituierter
La Strada (für Frauen*), Phoenix e.V.Warstraße, Betreutes Wohnen Substituierter

15.30 Uhr   Gemeinsame Gedenkenfeier
am Gedenkstein Neustädter Friedhof mit einer Trauerrede und musikalische Begleitung

Pressemitteilung zum internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen am 21. Juli 2025

Am 21. Juli 2025 setzt Hannover erneut ein starkes Zeichen des Gedenkens und der gesellschaftlichen Verantwortung. An diesem Tag erinnern wir an die Menschen, die durch die Folgen von Substanzkonsum und die damit verbundenen sozialen Missstände ihr Leben verloren haben.

Im Jahr 2024 haben wir für Deutschland 2.137 Menschen zu betrauern.

Kriminalisierung, Wohnungslosigkeit und fehlender Zugang zu Gesundheitsversorgung sind zentrale Faktoren, die zu diesen tragischen Verlusten beitragen.

Bereits sechs Todesfälle im ersten Halbjahr 2025 verdeutlichen die Dringlichkeit, bestehende Hilfsangebote auszubauen und eine evidenzbasierte Drogenpolitik zu etablieren. Jeder dieser Todesfälle steht für eine individuelle Geschichte – für ein Leben, das hätte gerettet werden können. Es ist an der Zeit, nicht nur zu gedenken, sondern entschlossen zu handeln.

Unsere Forderungen für eine menschenwürdige Drogenpolitik:
Entkriminalisierung von Konsumierenden und ein Ende der strafrechtlichen Verfolgung bei Besitz und Beschaffung.

Anerkennung von Substanzkonsument*innen als Teil der Gesellschaft – Schluss mit Verdrängung und sozialer Ausgrenzung.

Risikominimierung und Gesundheitsförderung durch flächendeckende Drugchecking-Angebote, Drogenkonsumräume und Naloxonprogramme.

Ausbau medizinischer und pflegerischer Versorgungsstrukturen, insbesondere für ältere und chronisch erkrankte Konsumierende.

Sichere Finanzierung für Einrichtungen der Drogenhilfe, um lebensrettende Angebote aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln.

Niedrigschwellige Substitutionsprogramme, die auch marginalisierte Gruppen erreichen.

Frühwarnsysteme und Schulungen zur Erkennung und Prävention synthetischer Opioid-Überdosierungen.

Zugang zu sicherem und bezahlbarem Wohnraum, um soziale Stabilität zu fördern.

Gedenken und politisches Handeln – eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Im Rahmen des Gedenktages finden in Hannover verschiedene Veranstaltungen statt, die sowohl der individuellen Trauer als auch der politischen Forderung nach Veränderung Raum geben. Die zentrale Abschlussveranstaltung auf dem Neustädter Friedhof (Königsworther Platz) bietet Betroffenen, Angehörigen und Unterstützenden die Möglichkeit, ihre Trauer auszudrücken und ein klares Signal an die Politik zu senden.

Das diesjährige Motto „Überdosierung und Drogentod können alle Menschen (be-)treffen“ macht deutlich, dass die Folgen von Drogenkonsum nicht nur die Konsumierenden selbst, sondern auch ihr Umfeld betreffen. Familie, Freund*innen und Angehörige erleben die Tragik dieser Verluste hautnah.

Die steigende Zahl an Todesfällen durch synthetische Opioide wie Fentanyl und Nitazene zeigt, dass dringend Maßnahmen zur Schadensminimierung ergriffen werden müssen. Das bundesweite Modellprojekt RaFT (Rapid-Fentanyl-Test) hat bereits bewiesen, dass Heroin in Deutschland zunehmend mit lebensgefährlichen Substanzen gestreckt wird. Auch die European Union Drugs Agency (EUDA) warnt vor der wachsenden Bedrohung durch hochpotente synthetische Opioide, die bereits in kleinsten Mengen tödlich sein können.

Neben der gesundheitlichen Gefährdung sind viele Konsumierende von Armut und Wohnungslosigkeit betroffen. Sie haben oft keinen sicheren Rückzugsort und sind gezwungen, sich im öffentlichen Raum aufzuhalten. Die gesellschaftliche Ausgrenzung und Verdrängung verschärfen ihre prekäre Lage: Fehlende sanitäre Einrichtungen, mangelnde medizinische Versorgung und die Unsichtbarkeit in Notfällen führen zu weiteren gesundheitlichen Risiken.

Erinnern allein reicht nicht – es braucht entschlossenes Handeln!
Der Gedenktag mahnt uns, dass Trauer allein keine Veränderung bewirkt. Nur durch konkrete Maßnahmen und einen offenen gesellschaftlichen Dialog können wir eine Zukunft gestalten, in der drogengebrauchende Menschen nicht nur gewürdigt, sondern aktiv geschützt und unterstützt werden. Es geht um Verantwortung, Solidarität und die Schaffung lebensrettender Strukturen.

Für den Arbeitskreis Sucht, Drogen und Aids

Der „Arbeitskreis Sucht, Drogen und AIDS“ ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Institutionen, Vereinen und Selbsthilfegruppen, die in der Region und Stadt Hannover zu den Themen Sucht, Drogen und HIV/AIDS tätig sind