0511 / 140-23

Wenn der Morgen dich mit Angst begrüßt
Und du weißt weder ein noch aus
Wenn die Unruhe dich nicht schlafen lässt
Passt aufeinander auf  (Früchte des Zorns)

Der „Arbeitskreis Sucht, Drogen und AIDS“ trauert mit Eltern, Angehörigen und Betroffenen um die drogengebrauchenden Frauen und Männer, die unmittelbar oder indirekt an den Folgen des Drogenkonsums gestorben sind.

Schirmherrin: Daniela Ludwig (Bundesdrogenbeauftragte)

Mittwoch, 21. Juli 2021

12.00 Uhr  Streetwork in der Innenstadt
    
13.00 -16.00 Uhr  Gedenken, Grillen, Informationen, Aktionen und Protest
Stellwerk, Step gGmbH
Bauwagen, Neues Land
Warstraße, Betreutes Wohnen Substituierter
La Strada, Phoenix e.V.                                    

16.30 Uhr   Gemeinsames Gedenken
Gedenkstein Neustädter Friedhof
Grußworte: Sozialdezernentin Sylvia Bruns
Trauerrede: Jörg Machei

Wir fordern
• Entkriminalisierung von Drogenkonsumierenden bei Drogenbeschaffung/-besitz
• Wohnraum für Alle
• Flächendeckende Einführung des Naloxonprogramms
• Verstetigung  der  niedrigschwelligen HIV und Hepatitis Testangebote
• Bedarfsgerechte Versorgung mit Drogenkonsumräumen bundesweit, ohne Zugangsbeschränkungen
• Drugchecking als Beitrag zur Risikominimierung und Gesundheitsförderung

Im Jahr 2020 hatten wir in Hannover und der Region 8 und in ganz Niedersachsen 80 Drogentote zu beklagen Bundesweit  verstarben 1581 Menschen, dies stellt das einen erheblichen Anstieg um 13% dar. Im ersten Halbjahr dieses Jahres sind in Hannover bereits 5 Menschen verstorben. Hinter jeder/em Verstorbenen steht ein Einzelschicksal und eine betroffene Familie. Um dieser individuellen Trauer einen öffentlichen Ausdruck zu verleihen, gibt es seit Mai 2015 ein Gedenkort für verstorbene Suchtkranke in Hannover auf dem Neustädter Friedhof (Königsworther Platz).

Die Einschränkungen des Betäubungsmittelgesetzes für die Substitutionsbehandlung führten zu einem stetigen Rückgang an substituierenden Ärztinnen und Ärzten und zu Engpässen in der Versorgung. Eine Sicherstellung der flächendeckenden Substitution, einschließlich der heroingestützten Behandlung, sowie eine Normalisierung der suchtmedizinischen Behandlung hinsichtlich der Wahrung von Patient*innenenrechten ist elementar. Durch die Einführung der neue Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMVV) in 2017 sind wir einen Schritt weiter.

Auch die Fortsetzung der Substitution im Vollzug ist in gleicher Beständigkeit wie durch die vorbehandelnden Ärzt*innen zu gewährleisten. Infektionsvermeidung durch Spritzentauschprogramme soll sichergestellt und die bedürfnisgerechte psychosoziale Versorgung stetig erweitert werden. Hierzu bedarf es einer engagierten und weiteren verbindlichen Vernetzung aller Beteiligten aus Justiz, der Suchthilfe, den Krankenkassen und den sozialen Sicherungssystemen.
Die sichtbare Drogenszene in Hannover wächst. Die Menschen die sich hier aufhalten sind überwiegend wohnungslos, konsumieren Crack und viele haben wenige Perspektiven. Hier gilt es passgenaue Angebote zu schaffen. Neue Schritte müssen gegangen werden, wie die Schaffung von medizinischen und psychosozialen spezifizierten Angeboten für Crackkonsument*innen und innerstädtischen Rückzugsorten.
Es ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung, das mit vielfältiger Unterstützung aufgebaute Hilfenetzwerk zu erhalten und auszubauen. Es bietet Begleitung, Versorgung, Hilfe zum Überleben und zur gesellschaftlichen Teilhabe für betroffene suchtgefährdete und suchtkranke Menschen. Diese Angebote müssen in Ihrer Vielfalt eine ausreichende und sichere  Finanzierung erhalten.

Für den Arbeitskreis Sucht, Drogen und Aids:
Drogenbeauftragter LH Hannover, Frank Woike; JES Hannover e. V., Selbsthilfeverein, Ilona Rowek; Anlauf- u. Beratungsstelle La Strada, Cora Funk; Step gGmbH, Stellwerk, Corinna Heinemann
Hannover, den 21.07.2021

Der „Arbeitskreis Sucht, Drogen und AIDS“ ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Institutionen, Vereinen und Selbsthilfegruppen, die in der Region und Stadt Hannover zu den Themen Sucht, Drogen und HIV/AIDS tätig sind

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