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Aufsuchende Arbeit

Aufsuchende Arbeit

Freitag, 21.Juli 2017

Motto: Menschenrechte auch für Drogengebraucher*innen

Wenn der Morgen dich mit Angst begrüßt
Und du weißt weder ein noch aus                          
Wenn die Unruhe dich nicht schlafen lässt
Passt aufeinander auf

(Früchte des Zorns)

Der „Arbeitskreis Sucht,  Drogen und AIDS“ trauert mit Eltern, Angehörigen und Betroffenen um die drogengebrauchenden  Frauen und Männer , die unmittelbar oder indirekt an den Folgen des Drogenkonsums gestorben sind.

11.00 Uhr

Beginn am Hanns-Lilje-Platz (neben der Marktkirche)

12.00 Uhr Grußworte
Thomas Hermann (Bürgermeister LH Hannover)
Ilona Rowek (JES Hannover)   
12.30 Uhr Andacht mit Diakoniepastor Müller Brandes
13.00 Uhr Imbiss und Ausklang
11.00 bis 14.00 Uhr Stände der Selbst- und der Suchthilfe
Informationen, Aktionen und Protest
Gespräche mit Betroffenen

 

Musikalische Untermalung: Mandina Milosevic         

 

Wir fordern

  • Entkriminalisierung von Drogenkonsumierenden bei Drogenbeschaffung und -besitz
  • Wohnraum für Alle
  • Effektive gesundheitliche Prävention durch Spritzenautomaten
  • Bedarfsgerechte Versorgung mit Drogenkonsumräumen bundesweit, ohne Zugangsbeschränkungen
  • Drugchecking als Beitrag zur Risikominimierung und Gesundheitsförderung

Im Jahr 2017 hatten wir in Hannover und der Region 10 und in ganz Niedersachsen 66 Drogentote zu beklagen, bundesweit waren es 1272. Hinter jeder/em Verstorbenen steht ein Einzelschicksal und eine betroffene Familie. Um dieser individuellen Trauer einen öffentlichen Ausdruck zu verleihen, gibt es seit Mai 2015 einen Gedenkort für verstorbene Suchtkranke auf dem Neustädter Friedhof am Königsworther Platz in Hannover.

Denn trotz des vielfältigen Angebotes der Suchthilfelandschaft gibt es sehr wohl Bereiche, die einer Verbesserung bedürfen. So ist z.B. der Ausbau von Übernachtungsmöglichkeiten für obdachlose Konsumierende ein drängendes Problem. Auch kann die gesundheitliche Vorsorge von Drogenkonsumierenden durch das Aufstellen von Spritzenautomaten zukünftig noch besser werden.

Auch die Fortsetzung der Substitution im Vollzug ist in gleicher Beständigkeit wie durch die vorbehandelnden Ärzt*innen zu gewährleisten. Infektionsvermeidung durch Spritzentauschprogramme soll sichergestellt und die bedürfnisgerechte psychosoziale Versorgung stetig erweitert werden. Hierzu bedarf es einer engagierten und weiteren verbindlichen Vernetzung aller Beteiligten aus Justiz, der Suchthilfe, den Krankenkassen und den sozialen Sicherungssystemen.

Die Einschränkungen des Betäubungsmittelgesetzes für die Substitutionsbehandlung führten bisher auch zu einem stetigen Rückgang von substituierenden Ärzt*innen und zu Engpässen in der Versorgung. Dieser Trend wird hoffentlich durch die erfolgte Umarbeitung und Neuausrichtung der zuständigen Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung in 2017 positiv umgekehrt.

Es ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung, das mit vielfältiger Unterstützung aufgebaute Hilfenetzwerk zu erhalten und auszubauen. Es bietet Begleitung, Versorgung, Hilfe zum Überleben und zur gesellschaftlichen Teilhabe für betroffene suchtgefährdete und suchtkranke Menschen.

Für den Arbeitskreis Sucht, Drogen und Aids: Beauftragter Sucht und Suchtprävention LH Hannover, Frank Woike; JES Hannover e. V., Selbsthilfeverein, Ilona Rowek; STEP gGmbH / DROBS Hannover, Lennart Westermann; Anlauf- u. Beratungsstelle La Strada, Cora Funk

Hannover, den 21.07.2018