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Cafe La Strada

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Aufsuchende Arbeit

Aufsuchende Arbeit

Montag, 22.Juli 2019

 

Motto: Gesundheit und Überleben gibt es nicht zum Nulltarif

Schirmherr: Dr. Albrecht Ulmer (Substitutionsarzt)

 

Wenn der Morgen dich mit Angst begrüßt
Und du weißt weder ein noch aus
Wenn die Unruhe dich nicht schlafen lässt
Passt aufeinander auf

(Früchte des Zorns)

Der „Arbeitskreis Sucht, Drogen und AIDS“ trauert mit Eltern, Angehörigen und Betroffenen um die drogengebrauchenden Frauen und Männer, die unmittelbar oder indirekt an den Folgen des Drogenkonsums gestorben sind.

14.00 Uhr

Beginn: Stellwerk (Augustenstraße 10)

14.15 Uhr

Grußworte
Regine Karamarek (Bürgermeisterin LH Hannover)
Ilona Rowek (JES Hannover)

Andacht mit Diakoniepastor Wolfgang Dressel

15.00 - 17.00 Uhr Grill und Musik

Musikalische Untermalung

BBC ("Büttners Best Choice"), Mandina Milosevic

  Stände der Selbst- und der Suchthilfe
Informationen, Aktionen und Protest
Gespräche mit Betroffenen


 

Wir fordern

  • Entkriminalisierung von Drogenkonsumierenden bei Drogenbeschaffung und -besitz

  • Wohnraum für Alle

  • Naloxon

  • Fortführung und Verstetigung der niedrigschwelligen HIV- und Hepatitis-Testangebote

  • Bedarfsgerechte Versorgung mit Drogenkonsumräumen bundesweit, ohne Zugangsbeschränkungen

  • Drugchecking als Beitrag zur Risikominimierung und Gesundheitsförderung

Während es bundesweit im Jahr 2018 1.276 Drogentote gab, waren es in Niedersachsen 81 Menschen, die an ihrem illegalen Drogenkonsum verstarben. Dies bedeutet, entgegen dem Bundestrend, ein Anstieg um fast 25%. In der Stadt Hannover sind im gleichen Zeitraum acht Menschen verstorben – so wenig wie noch nie. Ungeachtet aller Statistik steht hinter jeder/em Verstorbenen ein Einzelschicksal und eine betroffene Familie. Um dieser individuellen Trauer einen öffentlichen Ausdruck zu verleihen, gibt es seit Mai 2015 ein Gedenkort für verstorbene Drogengebrauchende in Hannover auf dem Neustädter Friedhof (Königsworther Platz).

Die Einschränkungen des Betäubungsmittelgesetzes für die Substitutionsbehandlung führten zu einem stetigen Rückgang an substituierenden Ärztinnen und Ärzten und zu Engpässen in der Versorgung. Eine Sicherstellung der flächendeckenden Substitution, einschließlich der heroingestützten Behandlung, sowie eine Normalisierung der suchtmedizinischen Behandlung hinsichtlich der Wahrung von Patient*innenrechten ist elementar. Durch die Einführung der neuen Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMVV) in 2017 sind wir einen Schritt weiter.

Auch die Fortsetzung der Substitution im Vollzug ist in gleicher Beständigkeit wie durch die vorbehandelnden Ärzt*innen zu gewährleisten. Infektionsvermeidung durch Spritzentauschprogramme muss sichergestellt und die bedürfnisgerechte psychosoziale Versorgung stetig erweitert werden. Hierzu bedarf es einer engagierten und verbindlichen Vernetzung aller Beteiligten aus Justiz, der Suchthilfe, den Krankenkassen und den sozialen Sicherungssystemen.

Es ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung, das mit vielfältiger Unterstützung aufgebaute Hilfenetzwerk zu erhalten und auszubauen. Es bietet Begleitung, Versorgung, Hilfe zum Überleben und zur gesellschaftlichen Teilhabe für betroffene suchtgefährdete und suchtkranke Menschen. Diese Angebote müssen in ihrer Vielfalt eine ausreichende und sichere Finanzierung erhalten.

 

Für den Arbeitskreis Sucht, Drogen und Aids:

Beauftragter Sucht und Suchtprävention LH Hannover, Frank Woike; JES Hannover e. V., Selbsthilfeverein, Ilona Rowek; STEP gGmbH / DROBS Hannover, Lennart Westermann; Anlauf-u. Beratungsstelle La Strada, Cora Funk

Hannover, den 22.07.2019